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Ocean Plastic? Von wegen!

Ja, ich bin reingefallen. Habe mich blenden lassen von den Worten "Recycling" und "Ocean Plastic". Habe zugegriffen, obwohl ich doch auf Plastikflaschen verzichten und stattdessen zur guten alten Seife zurückkehren wollte.

 

Aber es klang eben zu gut, als würde die Flasche für das Duschgel mit dem bezeichnenden Namen "Meeresliebe" von Fa aus Ocean Plastic hergestellt und somit die schwimmende Müllhalde auf den Weltmeeren ein winziges bisschen kleiner. Der Satz "Bekämpft Ocean Plastic & reduziert Armut" tat sein übriges.

Den weiter unten folgenden Satz "Diese Flasche besteht zu 100% aus recyceltem Plastik. 50% davon ist sog. Social Plastic, gesammelt an Strand und Land" registrierte ich nur noch zur Hälfte, und mein Hirn folgerte daraus, dass die restlichen 50% Plastikmüll aus dem Meer gefischt wurden.

 

Weit gefehlt. Das erfuhr ich aber erst aus dem Bericht, den ich in der ARD-Mediathek gefunden habe: https://www.ardmediathek.de/daserste/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExNDA0Njg/greenwashing-mit-ocean-plastic

 

Der Aufwand, den stark verschmutzten Plastikmüll aus den Meeren zu reinigen und so aufzubereiten, dass er weiterverwendet werden kann, ist viel zu groß und zu teuer, deshalb wird der Begriff Ocean Plastic nur dazu gebraucht, die Verbraucher auf das Produkt aufmerksam zu machen und die Kaufentscheidung zu beeinflussen. Tatsächlich stammt der Müll von den Stränden oder aus dem Landesinneren, was zweifellos auch dem Umweltschutz dient - veräppelt fühle ich mich aber dennoch, denn suggeriert wird etwas anderes.

 

Trau - schau - wem.